Monika Sax, Journalistin

Galapagos

Galapagos

Ende der 1950er Jahre kamen die ersten Siedler auf die Galapagos Inseln. Bolivar Montalvo Opinel war einer von ihnen.

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Die letzten Indianer Europas

Das einzige indigene Volk Europas feiert am 6. Februar seinen Nationaltag: Die Samen. Verteilt über Schweden, Norwegen,

Finnland und Rußland leben heute noch etwa 80.000 Samen. Obwohl sie die ersten Einwohner der kargen nordeuropäischen Länder waren, wurde ihr Land – Sapmi – bisher nicht offiziell anerkannt. Heute versuchen sie, in der modernen Welt zu überleben und dabei ihre Traditionen zu bewahren.

Naturverbundenheit und Zwangsarbeit

"Winters wehen Eiseswinde, Schneegestöber ohne Ende; doch wir Sámit lieben innig unser Land mit Geist und Seele. Wer hier reist im milden Mondlicht, sieht das Nordlicht unstet flackern. " Schon die Nationalhymne der Samen erzählt auf poetische Weise von ihrer der engen Verbundenheit zur Natur. Bereits vor über 2000 Jahren besiedelten die Väter der Samen die kalten Länder des Nordens. Im 16. Jahrhundert kamen immer mehr Siedler aus Mitteleuropa, zerstörten den Lebensraum der Samen und verdrängten sie in abgelegene Regionen. Aber damit nicht genug: In Schweden mussten die Samen auch Zwangsarbeit in Silberminen leisten. Dabei verloren die Samen nicht nur viele Rentiere, sondern auch einen Teil ihres Stolzes.
Heinrich Heine schrieb über die Samen, sie wären „plattköpfig, breitmäulig und klein“. Dieses Fremdbild steigerte nicht gerade das Selbstwertgefühl der Samen. Viele schämten sich und verleugneten ihre Herkunft.

Zwangschristianisierung und Zwangserziehung

Ihre enge Verbundenheit zur Natur wurde der samischen Kultur fast zum Verhängnis. Sie sahen sie eine Seele in jedem Tier, in jeder Pflanze und verehrten alle Naturkräfte als Gottheiten. Ihr Glaube war schamanistisch.
Mit diesem Heidentum sollte Schluss sein, befand die Kirche im 17. Jahrhundert und begann, die Samen massiv zu missionieren. Die Schamanen durften nicht mehr praktizieren, ihre heiligen Trommeln wurden verbrannt, die Menschen mussten sich taufen lassen. Auch der traditionelle Gesang der Samen, der Joik, wurde verboten. Die Samen nutzen ihn, um Geschichten zu erzählen und ihre Gefühle auszudrücken. Die Christen sahen in ihm ein Zeichen für Teufelsanbetung.
Dazu durften die samischen Kinder in Schweden von 1900 bis 1950 in der Schule nicht die eigene Sprache sprechen. In Internaten weit weg von ihren Familien, sollten ihre eigene Kultur vergessen. Erst im Jahr 2000 wurde Samisch in Schweden als Minderheitensprache anerkannt. Auch der Joik erlebt heute eine Renaissance, junge Künstler verknüpfen ihn mit moderner Musik.

Wachsendes Selbstbewußtsein

Seit 1973 haben die schwedischen, finnischen und norwegischen Samen ein gemeinsames Parlament. Dort kämpfen sie dafür, ihr Land auch in Zukunft nutzen zu dürfen. Das ist besonders in Schweden oft nicht einfach, weiß Lars Anders Bear, Präsident des Samischen Parlaments: „Es gibt immer noch ein klein bisschen dieses Kolonialdenken in Schweden. katarinakleinManchmal ist es fast einfacher, erst Brüssel zu überzeugen. Dann muss Stockholm auch zustimmen." Unterstützung bekamen die Samen beim Kampf um ihre Rechte auch von den Vereinten Nationen: Sie kritisierten Schweden im Jahr 2008 für die anhaltende Diskriminierung der samischen Minderheit.
„Wir waren zuerst hier. Wir wollen die Rechte haben, die uns von alters her zustehen.“, so die samische Journalistin Katrina Hällgren. Selbstbewußt fordern die Samen ihr Land zurück, vor allem für ihre Rentiere. Heute zerstückeln Straßen und Privatgrundstücke die Natur, Holzfirmen betreiben Kahlschlag in den schwedischen Wäldern und zerstören die Lebensgrundlage der Rene.

Kulturgut Rentier

Wenn sich im Herbst die Birkenwälder golden färben, treiben viele Familien ihre Rentiere zusammen, um die Kälber zu markieren, Tiere zu schlachten und zu verkaufen.
Diesen Treffen beleben die samische Kultur, dort sprechen die Samen ihre Sprache und stärken ihr Gemeinschaftsgefühl. Zwar kann von der Rentierwirtschaft alleine heute kaum einer leben – die meisten Samen haben ganz normale Jobs, sind Lehrer, Krankenschwestern oder Handwerker – dennoch hat fast jede Familie ein paar Tiere. Das gehört dazu: "Mein Vater war ein Rentierhirte und mein Großvater auch. Jede Generation macht weiter.", so der 24-jährige Teilzeit-Rentierhirte Nilas Blind.
Heute blicken die Samen trotz aller Schwierigkeiten selbstbewußt in die Zukunft: "Wir sind die einzigen echten Europäer. Wir leben in vier Ländern und kennen keine Grenzen. Wir werden nie ein Land im traditionellen Sinn sein, eher eine Cyber-Nation, die länderübergreifend zusammenhält.", so Lars Anders Bear.

Kuba

Kuba

Interview im kubanischen Dschungel über das von Castro befohlene Energiesparprogramm "Revolución Energética".

Das Ziel: auch abgelegene Dörfer sollen Strom bekommen. Besuch eines Tabakbauerns, der mit seiner Familie in einer Lehmhütte wohnt und ab jetzt endlich abends Licht hat.

Der verlorene Wein von Lesbos

Der verlorene Wein von Lesbos

Der Wein der griechischen Insel Lesbos galt bereits in der Antike als exquisites Getränk, das in den reichsten Familien Athens,

Roms, Konstantinopels und sogar im türkischen Harem genossen wurde. Doch die Reblaus zerstörte Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts alle einheimischen Reben. So dachte man. Bis die Familie Lambrou in den 1980er Jahren überraschend noch einige wenige überlebende Reben in der Nähe des kleinen Dorfers Chidira entdeckte. In mühsamer Kleinarbeit begannen die Lambrous den verlorenen Wein von Lesbos wieder anzubauen. Die Rebsorte "Kalloniatiko" gibt es nur hier und die aus ihr hergestellten Rot- und Weißweine "Methymnaeos" haben bereits etliche Preise, u.a. einen Award für den besten Bio-Wein der United Nations erhalten.

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